Kurz erklärt: Offenes Bein
- Definition: Chronische, schlecht heilende Wunde am Unterschenkel, meist durch Durchblutungsstörungen bedingt.
- Symptome: Nässende Wunden, Schmerzen, Schwellungen, Hautverfärbungen.
- Ursachen: Häufig venöse Insuffizienz, arterielle Durchblutungsstörungen, Diabetes.
- Diagnose: Anamnese, klinische Untersuchung, Doppler-Ultraschall, ggf. Gewebeprobe.
- Therapie: Wundversorgung, Kompressionstherapie, Behandlung der Grunderkrankung.
Symptome: Wie zeigt sich das Offene Bein?
Venöser Ulcus cruris
Wunde:
- Unterschenkelbereich, meist oberhalb des Innenknöchels.
- Oberflächliche, feuchte Wunde mit unregelmäßigem Rand.
- Häufig Sekretion (klar oder eitrig).
Hautveränderungen:
- Braun-verfärbte Haut (Hämosiderinablagerungen).
- Verdickte und verhärtete Haut (Dermatosklerose).
- Glänzende Haut oder Atrophie blanche (weiße, narbige Hautstellen).
- Häufig sichtbare Krampfadern.
Schwellung:
- Ödeme (Wassereinlagerungen), die im Tagesverlauf zunehmen.
- Spannungsgefühl in den Beinen.
- Abnahme der Schwellung bei Hochlagerung.
Schmerzen:
- Meist dumpfer, drückender Schmerz.
- Schmerz nimmt ab, wenn die Beine hochgelagert werden.
Arterieller Ulcus cruris
Wunde:
- Tieferliegende, oft trockene Wunde mit scharfen Rändern.
- Häufig an druckbelasteten Stellen (z. B. Zehen, Fußrücken, Ferse).
- Schlechte Durchblutung führt zu kühlen oder nekrotischer Wundumgebung.
Hautveränderungen:
- Blasse, kühle Haut an den Beinen oder Füßen.
- Reduzierter Haarwuchs.
- Dünne, pergamentartige Haut.
Schwellung:
- Meist keine Schwellung vorhanden.
- Beine wirken oft eingefallen oder mager (Muskelschwund).
Schmerzen:
- Starke, stechende Schmerzen, die sich in Ruhe oder nachts verschlimmern (sogenannter Ruheschmerz).
- Besserung durch Herabhängenlassen der Beine.
Zusätzliche Hinweise:
- Schwache oder nicht tastbare Fußpulse.
- Häufig kalte Füße.
- Claudicatio intermittens (Schaufensterkrankheit): Schmerzen beim Gehen, die nach kurzer Pause nachlassen.
Gemischter Ulcus cruris
Der gemischte Ulcus cruris (Ulcus mixtum) ist eine Sonderform der chronischen Wunde, dar Sie durch eine Kombination von arteriellen und venösen Durchblutungsproblemen hervorgerufen wird.
Wunde
- Offene, schlecht heilende Geschwüre an Unterschenkeln oder Knöcheln, mit hartnäckiger Wundheilungsstörung.
- Nässende oder trockene Wundoberfläche, Sekret Absonderung oder Verhärtung möglich, nekrotische Anteile enthalten.
Hautveränderung
- Bräunliche oder bläuliche Verfärbung der Haut durch venöse Stauung oder arterieller Minderdurchblutung.
- Verdickte oder verhärtete Haut (Dermatosklerose) mit Ekzemneigung.
Schwellung
- Ödeme um die Wunde herum, besonders bei venöser Insuffizienz ausgeprägt.
- Anschwellen der unteren Extremitäten bei längerem Stehen oder Sitzen.
Schmerzen
•Belastungsschmerz: Schmerzen beim Gehen oder Stehen, typisch für arterielle Komponente.
•Ruheschmerz: In fortgeschrittenen Stadien auch in Ruhe vorhanden, oft in der Nacht verstärkt.
Zusammenfassung der Unterscheidung
- Venös: Wunden meist oberhalb des Knöchels, mit Ödemen und braunen Hautverfärbungen, besser bei Hochlagerung der Beine.
- Arteriell: Wunden an druckbelasteten Stellen, scharf begrenzt, oft trocken, begleitet von kühler, blasser Haut, Schmerzen nehmen bei Hochlagerung zu.
Hinweis: Bei gemischten Formen (venös-arteriell) können Symptome beider Typen auftreten. Ein Arzt sollte die Ursache klären, um die richtige Therapie einzuleiten.
Bilder von Offenem Bein
Diagnose: Wie wird das Offene Bein diagnostiziert?
Anamnese
Im Gespräch mit Arzt oder Ärztin, wirst du nach Wundgeschichte und Symptomen gefragt.
- Wie lange besteht die Wunde? Hat sie sich verändert oder vergrößert?
- Gibt es Schmerzen? Wenn ja, werden sie schlimmer im liegen oder stehen?
- Haben Sie Krampfadern oder andere Beinprobleme?
- Gibt es Krankheiten wie Diabetes, Rauchen oder Herzprobleme?
Das hilft dem Arzt, erste Vermutungen über die Ursache anzustellen, ob sie z. B. durch Probleme mit den Venen oder den Arterien verursacht wird.
Körperliche Untersuchung (Untersuchung der Beine)
Der Arzt oder die Ärztin schauen sich die Wunde und die umliegende Haut genau an:
- Inspektion der Wunde
- Tasten der peripheren Pulse an Knien und Füßen
Messungen und Tests
Zur genaueren Untersuchung können technische Tests helfen:
- Blutdruckmessung am Knöchel (ABI-Test): Blutdruckmessung und Vergleich an Armen und Beinen. Starker Abfall an den Beinen ist aufällig.
- Ultraschall (Doppler-Sonografie): Mittels Ultraschall wird der Blutfluss in Venen und Arterien geprüft.
- Angiografie: Durch eine Röntgenaufnahme der Blutgefäße (Angiografie) können Verengungen genau dargestellt werden.
Laboruntersuchungen
- Allgemein: Entzündungszeichen (CRP, Leukozyten), Albumin und Blutzucker bei Verdacht auf Diabetes.
- Mikrobiologie: Abstrich der Wunde bei Verdacht auf Infektion.
- Gerinnung: Bei venösen Ursachen, um Thrombosen auszuschließen.
Ursachen: Wodurch wird ein Offenes Bein verursacht?
Das offene Bein (Ulcus cruris) entsteht häufig durch eine gestörte Wundheilung infolge von chronischen Durchblutungsproblemen. Die genauen Ursachen variieren je nach Typ des Ulcus cruris.
- Venöses Ulcus cruris: Verursacht durch eine chronisch-venöse Insuffizienz, der Abfluss von Blut aus dem Bein zurück in den Körper ist erschwert.
- Arterielles Ulcus cruris: Folge einer arteriellen Verschlusskrankheit, die die Durchblutung reduziert.
- Mischformen: Kombination aus venösen und arteriellen Ursachen.
- Diabetisches Ulkus: Durch Nervenschäden und Durchblutungsprobleme bei Diabetes mellitus.
- Seltenere Ursachen: Hauttumoren, Infektionen oder rheumatische Erkrankungen.
Therapie: Wie wird das offene Bein behandelt?
Die Behandlung eines offenen Beins ist meist langwierig und erfordert eine gezielte Therapie der zugrunde liegenden Ursache sowie eine intensive Wundpflege.
- Wundversorgung: Regelmäßige Reinigung und Verbandswechsel, oft mit speziellen Wundauflagen (z. B. Hydrokolloide oder Alginate).
- Kompressionstherapie: Bei venösem Ulcus, um die Durchblutung zu verbessern und Ödeme zu reduzieren.
- Medikamentöse Therapie: Entzündungshemmende oder antibiotische Behandlung bei Infektionen.
- Chirurgische Eingriffe: Hauttransplantationen oder Entfernung abgestorbenen Gewebes (Debridement).
- Behandlung der Grunderkrankung: Therapie von Krampfadern oder Verbesserung der arteriellen Durchblutung durch Stents oder Bypass-Operationen.
- Lebensstilveränderungen: Regelmäßige Bewegung sorgt für einen besseren venösen Abfluss, sowie ein Rauchstop für bessere arterielle Durchblutung
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Definition: Was ist ein offenes Bein?
Das offene Bein (Ulcus cruris) ist eine chronische Wunde, die sich meist am Unterschenkel oder Knöchel befindet und auf eine gestörte Durchblutung zurückzuführen ist. Die Wundheilung ist stark verzögert oder bleibt aus, was eine spezielle medizinische Behandlung erfordert.
Prävention: Wie lässt sich einem offenen Bein vorbeugen?
Ein offenes Bein kann in vielen Fällen durch vorbeugende Maßnahmen vermieden werden. Besonders Menschen mit Risikofaktoren sollten ihre Haut und Durchblutung regelmäßig kontrollieren.
- Vorbeugung von Durchblutungsstörungen: Bewegung, gesunde Ernährung und Vermeidung von Rauchen.
- Regelmäßige Hautpflege: Feuchtigkeitscremes verhindern Trockenheit und kleine Risse.
- Kompressionsstrümpfe: Unterstützen die Venenfunktion bei venösen Problemen.
- Behandlung von Grunderkrankungen: Z. B. frühzeitige Therapie von Krampfadern oder Diabetes.
- Gewichtsreduktion: Reduziert die Belastung der Beine und fördert die Durchblutung.
Komplikationen: Welche Komplikationen können auftreten?
Unbehandelt oder bei fortgeschrittenem Stadium können offene Beine schwerwiegende Komplikationen verursachen, die die Prognose verschlechtern.
- Infektionen: Bakterielle Infektionen können zu Abszessen oder einer Blutvergiftung (Sepsis) führen.
- Chronische Schmerzen: Durch ständige Entzündungen und Nervenschäden.
- Eingeschränkte Mobilität: Schmerzen und Wunden beeinträchtigen die Bewegungsfähigkeit.
- Hautkrebs: In seltenen Fällen kann sich ein chronisches Ulcus in ein Plattenepithelkarzinom umwandeln.
- Soziale und psychische Belastung: Sichtbare Wunden und Schmerzen können die Lebensqualität erheblich reduzieren.
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